Ausbildung – Berufsorientierung

Ratgeber für Eltern

Ihr Kind weiß nicht, was es werden soll? Damit ist es nicht allein: Die allermeisten Kinder der „Generation Z“ haben ein bis zwei Jahre vor Schulende noch keine Idee, wie ihre berufliche Zukunft aussehen soll. Bewerbungen für einen → Ausbildungsplatz sollten aber frühzeitig losgeschickt werden.

Jetzt sind Sie gefragt: Sie sind der wichtigste Partner Ihres Kindes, wenn es um die Berufs- oder Studienwahl geht. Denn niemand kennt Ihr Kind solange wie Sie!

Talente gesucht informiert, wie Sie Ihr Kind bei der Berufs- oder Studienwahl unterstützen können. Denn dazu müssen Sie kein Fachmann und keine Fachfrau sein! Wie können Sie Ihrem Nachwuchs Orientierungshilfe → für die berufliche Zukunft geben? Welche Wege nach der Schule, Ausbildung  oder Studium , kann Ihr Kind gehen? Wie kann Ihr Nachwuchs ein Gap Year  zwischen Schule und Ausbildung sinnvoll überbrücken? Und welche Möglichkeiten der Finanzierung  bzw. finanziellen Unterstützung gibt es?

„Generation Z“: Was ist das überhaupt?

Zur „Generation Z“ zählen Kinder, die nach 1995 geboren sind. Sie kennen Deutschland nur als wiedervereinigtes Land. Und die Welt nur mit Internet. Sie sind mit der Digitalisierung aufgewachsen. Das Smartphone gehört zum Leben dazu. Selbstverwirklichung ist wichtig und der Wunsch nach freier Entfaltung groß.

Während die Generationen X und Y gern gegen ihre Eltern rebelliert haben, möchte die „Generation Z“ mit der Familie verbunden sein und akzeptiert Eltern als kompetente Ansprechpartner. Das Verhältnis ist vertrauensvoll – beste Voraussetzungen für Sie als Eltern, Ihrem Kind ein guter Ratgeber zu sein.

Kennen Sie schon das Print-Magazin Talente gesucht?  Das Magazin ist die ideale Ergänzung zum Portal und erscheint jeweils im Herbst. Als Informationsmedium wird es für den Schulunterricht an über 200 Schulen verteilt und eingesetzt. Entwickelt wurde es zusammen mit Schülern und Lehrkräften.

Fordern Sie ein kostenloses Muster an, per E-Mail → oder telefonisch unter: 0761 496 9200

Blättern Sie in der aktuellen E-Book-Ausgabe für Ihre Region:

Freiburg / Südlicher Oberrhein →

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Großraum Zollernalb, Tuttlilngen, Schwarzwald-Baar

 

 

 

 

Generation X
(auch „Generation Golf“):
zwischen 1965 und 1980 Geborene, in der Kindheit geprägt durch Wirtschaftskrise und stark zunehmende Eltern-Scheidungen.

Generation Y
(auch „Gen Y“ oder „Millennials“):
zwischen 1980 und 2000 Geborene, haben Internetboom und die Globalisierung miterlebt und sind von hohem Bildungsniveau geprägt.

Generation Z
(auch „Generation YouTube“):
zwischen 1995 und 2010 Geborene, haben die Digitalisierung des Alltags komplett in ihr Leben eingebaut.

Ausbildung im harmonischen Umfeld

Die heutigen Zeiten sind unsicher – entsprechend groß ist die Sehnsucht Ihres Nachwuchses nach einem harmonischen Umfeld. Drängen Sie Ihr Kind nicht zur schnellen Karriere! Wahrscheinlich zieht es einen stabilen Freundeskreis und familiäre Geborgenheit einer 60-Stunden-Woche vor. Die Trennung von Beruf- und Privatleben durch feste Arbeitszeiten ist wichtig, damit ausreichend Zeit für Familie, Freunde und Hobbies bleibt.

Orientierung bei der Berufswahl

„Wer nicht weiß, wohin er segeln will, für den ist kein Wind der richtige.“
(Seneca, Philosoph)

Sie sind der Mensch, der Ihr Kind am längsten kennt. Und deshalb sind Sie die wichtigste Orientierungshilfe, wenn es um die Berufswahl geht. Trotz Pubertät wird Ihr Nachwuchs Sie früher oder später um Rat fragen. Denn Sie sind sowohl Vorbild als auch Rückhalt – und Sie können die Stärken und Schwächen Ihres Kindes sehr gut einschätzen.

Vielleicht möchte Ihr Kind denselben Beruf ergreifen, den Sie ausüben? (Und würde Ihnen damit die allergrößte Freude bereiten?) Trotzdem sollten Sie gemeinsam abklopfen, ob dieser Beruf den Neigungen Ihres Kindes auch wirklich entspricht.

Was macht Ihr Nachwuchs gern – und was nicht? Hier sind einige Anhaltspunkte:

  • Lieblingsfächer
  • Lieblingsbeschäftigungen
  • Hobbies
  • Ehrenamtliches Engagement
  • Neben-/Ferienjobs
  • Schülerpraktika & Schnupperwochen
  • Gesundheit & Biorhythmus

Gehen Sie die Punkte gemeinsam mit Ihrem Nachwuchs durch und machen Sie sich Notizen: Warum macht etwas Spaß? Welche Fähigkeiten braucht man für diese Tätigkeit? Hat Ihr Kind diese Fähigkeiten? Wie schätzt Ihr Nachwuchs sich selber ein?

Lieblingsfächer müssen nicht die mit den guten Noten sein. Und Lieblingsbeschäftigungen nicht die mit den guten Ergebnissen. Überlegen Sie gemeinsam: Wobei vergisst Ihr Kind die Zeit? Wobei fühlt es sich rundum wohl? Woran hat es besonderes Interesse? Und umgekehrt: Wofür braucht Ihr Kind besonders lange, weil es große Mühe macht oder sehr anstrengend ist? Was klappt wirklich gar nicht?

Vielleicht hat Ihr Kind schon durch ein Praktikum, einen Nebenjob, ein Ehrenamt, etc. in den ein oder anderen Berufszweig hineingeschnuppert. Hat hiervon etwas besonderen Spaß gemacht? Oder gar nicht? Und warum?

Ist Ihr Nachwuchs eher Frühaufsteher oder Nachtmensch? Lieber draußen oder drinnen? Eher der/die Techniker/in oder der/die Kreative? Lieber alleine oder mit anderen unterwegs?

Wie sieht es mit körperlichen Einschränkungen aus? Manche Berufe stellen beispielsweise strenge Anforderungen an die Sehfähigkeit, andere können bei Allergien nicht ausgeübt werden.

In unserer Rubrik „Berufsorientierung für Schüler“ → finden Sie eine Reihe von Checklisten, die Sie gemeinsam mit Ihrem Kind bearbeiten können. 

Tasten Sie sich vor – und lassen Sie sich gern von den Ausbildungsangeboten und Praktika inspirieren! Zur Berufs- und Studienwahl gibt es interessante „Berufe-Checker“, z.B. für das Handwerk und für Industrie & Handel. Auch das Berufsinformationszentrum hilft beim Berufe entdecken!

Orientierung bei der Berufswahl gibt zudem der Berufswahlpass des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Eine Elternkarte, die Wichtiges über die Inhalte und Elemente des Berufswahlpasses auf zwei Seiten zur Verfügung stellt, können Sie hier downloaden. Schauen Sie auch mal bei der Bundesagentur für Arbeit vorbei: www.planet-beruf.de stellt vielfältige Informationen zur Berufswahl zur Verfügung.

Ausbildung

„Es kann doch nicht sein, dass jeder Einsteins Relativitätstheorie erklären, aber niemand einen defekten Wasserhahn reparieren kann.“
(Nobert Blüm, ehemaliger Bundesminister für Arbeit)

Ihr Nachwuchs möchte direkt ins Berufsleben durchstarten? Eine gute Idee! Denn eine Berufsausbildung hat viele Vorteile – gerade gegenüber einem Studium:

    • Sie wird vergütet. Das erste eigene Gehalt macht selbstbewusst und schafft finanzielle Unabhängigkeit.
    • Falls Ihr Kind heimatverbunden ist, gibt es bestimmt einen Ausbildungsplatz in der Nähe – die Uni aber nicht unbedingt.
    • Eine Ausbildung ist bester Schutz vor Arbeitslosigkeit. Denn in Deutschland herrscht Fachkräftemangel.
    • Eine Ausbildung ist praxisbezogen: Das Lernen mit dem Kopf und mit den Händen sorgt für Abwechslung.

    Mit einer Ausbildung bleibt die Karrieregestaltung flexibel, denn es gibt zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten, z.B. zum/zur Meister/in, Techniker/in oder Fachwirt/in. Auch ein Studium ist nach abgeschlossener Berufsausbildung und drei Jahren Berufserfahrung an einer Hochschule möglich – ohne Abitur!

    Auf einen Blick: Welche Berufsausbildungsmöglichkeiten gibt es?

    1. Betriebliche Ausbildung im Dualen System
    2. Schulische Ausbildung an einer beruflichen Schule

    Eine betriebliche Ausbildung ist genau das Richtige für Ihren Nachwuchs? Dann müssen Sie nicht in die Ferne schweifen, denn das Gute ist nah: Viele Unternehmen in der Region suchen engagierte Talente und bieten attraktive Ausbildungsangebote → und Praktika → an!

    Ihr Nachwuchs fühlt sich auf der Schulbank weiterhin wohl? Dann gibt es in Baden-Württemberg von der Berufs- bis zur Fachschule gleich sechs unterschiedliche berufliche Schularten für Ihr Kind. Aber wie und auf welcher Schule wird es am besten vorankommen? Lesen Sie hierzu das Kapitel „Berufsbildende Schulen der Region →“ des Talente gesucht-Printmagazins. Dort finden Sie auch die Kontaktdaten der Schulen nebst Schularten, Abschlüssen und Berufsfeldern.

    Was tun, wenn es mit dem Schulabschluss nicht geklappt hat? Auch dann gibt es in Baden-Württemberg Möglichkeiten: Ein abgeschlossenes „Vorqualifizierungsjahr Arbeit und Beruf“ (VAB) bzw. Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) befähigt Ihren Nachwuchs für eine Ausbildung. Als Sonderform gibt es das „Vorqualifizierungsjahr Arbeit und Beruf ohne Deutschkenntnisse“ (VABO). Informationen finden Sie hier →.

    In Baden-Württemberg stehen Ihrem Nachwuchs rund 330 anerkannte Ausbildungsberufe zur Verfügung – von A wie Alltagsbegleiter/in bis Z wie Zweiradmechatroniker/in. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Ausbildungsberufen finden Sie auf der Website der Bundesagentur für Arbeit.

    Auch interessant: der interaktive Bildungsfahrplan. Hier erfahren Sie, mit welchem Schulabschluss welcher Ausbildungs- bzw. Studienabschluss möglich ist. 

    Und kennen Sie schon den Bildungsnavigator des Landes Baden-Württemberg?

    Studium | Duales Studium

    „Die Wartezeit, die man bei Ärzten verbringt, würde in den meisten Fällen ausreichen, um selbst Medizin zu studieren.“
    (Dieter Hallervorden, Schauspieler und Sohn einer Arzthelferin)

    Ihr Kind möchte auf jeden Fall studieren? Oder entscheidet sich für einen Beruf, der ein Studium erforderlich macht? Vielleicht kommt hierfür ein duales Studium in Frage?

    Dieses kombiniert in Anlehnung an die duale Ausbildung Theorie und Praxis: ein Studium an einer Hochschule mit Praxiseinsätzen im Unternehmen.

    Ein duales Studium hat gegenüber dem klassischen Vollzeitstudium ähnliche Vorteile wie eine Berufsausbildung:

    • Ein duales Studium wird vergütet – Ihr Kind hat also direkt selbst verdientes Geld in der Tasche.
    • Die Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie vermittelt in Vorlesungen die Theorie. In der vorlesungsfreien Zeit gibt es – wie bei einer Berufsausbildung – praktische Arbeitseinsätze im Unternehmen.
    • Je nach Studiengang beträgt die Studienzeit überschaubare drei oder viereinhalb Jahre.
    • Die Arbeit im Unternehmen ist beste Netzwerk-Möglichkeit für eine Festanstellung nach Abschluss des Studiums.
    • Je nach Studienform erhält Ihr Nachwuchs nach erfolgreicher Prüfung einen doppelten Abschluss: sowohl den Bachelorabschluss der Hochschule als auch einen Berufsabschluss der IHK/HWK.

    Duales Studium ist nicht gleich duales Studium.

    Insgesamt gibt es vier verschiedene Arten des dualen Studiums, die aus jeweils verschiedenen Gründen interessant sein können.

    Für Schulabgänger ohne bzw. mit wenig praktischer beruflicher Erfahrung sind insbesondere das ausbildungsintegrierende duale Studium und das praxisintegrierende duale Studium geeignet. Für Berufserfahrene bietet das berufsintegrierende, bzw. berufsbeleitende duale Studium eine Möglichkeit, sich weiter zu qualifizieren und auch ohne (Fach-)Hochschulreife einen Hochschulabschluss zu erwerben.

    Die folgende Übersicht zeigt noch einmal die verschiedenen Studienarten im Vergleich:

    Informationen zum Dualen Studium, der Kombination aus Ausbildung bei einem öffentlichen oder privaten Arbeitgeber und dem Studium an einer Universität, Fachhochschule, Berufsakademie oder der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), finden Sie hier:

    Informationen zum Studium an Universitäten und Fachhochschulen finden Sie hier:

    Ein duales Studium ist genau das, was Ihr Nachwuchs machen möchte? Viele Unternehmen → in der Region (Link) bieten diese vielseitige und vielfältige Ausbildung in Kooperation mit einer Dualen Hochschule an. Die Plätze sind oft sehr begehrt, deshalb ist eine frühzeitige Bewerbung → auch hier wichtig. Aber welche dualen Studiengänge gibt es überhaupt? Hier gibt es eine Suchmöglichkeit → des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB).

    Die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) hat in Baden-Württemberg neun Standorte und drei Campus – vielleicht ist einer in Ihrer Nähe?

    Informieren Sie sich hier über die neun Universitäten in Baden-Württemberg:

    Stöbern Sie hier nach Fachhochschulen in Ihrer Nähe:

    Gap Year

    „Einmal im Jahr solltest du einen Ort besuchen, an dem du noch nie warst.“
    (Dalai Lama)

    Braucht Ihr Kind noch Zeit für die berufliche Orientierung? Oder hat es seinen Traumberuf gefunden, aber die Ausbildung beginnt erst in ein paar Monaten? Keine Sorge, ein „Gap Year“ muss kein hässliches Loch im Lebenslauf werden! So ein „Lückenjahr“ ist im Gegenteil DIE Gelegenheit sich auszuprobieren, zu reisen, dabei Sprachen zu lernen, Erfahrungen zu sammeln und persönlich zu reifen.

    Vielleicht ist Ihr Nachwuchs reiselustig und an anderen Ländern und Kulturen interessiert? Dann besteht die Möglichkeit, durch „Work & Travel“ – also Arbeiten und Reisen – die Welt zu erkunden. Etwas weniger Abenteuer bietet ein Au-Pair-Aufenthalt, in dem Ihr Kind in einer Gastfamilie im Ausland lebt und arbeitet. Oder es entscheidet sich für einen Freiwilligendienst im sozialen, ökologischen, sportlichen, politischen oder kulturellen Bereich.

    Hier die Möglichkeiten im Überblick:

    Die Welt entdecken: „Work & Travel“

    Unter folgenden Links finden Sie weitere Informationen zu den Freiwilligendiensten und können nach Einsatzstellen in Ihrer Nähe suchen:

    Au Pair-Stellen werden von einer Reihe verschiedener Veranstalter angeboten. Was Sie bei der Anbieter-Auswahl beachten müssen, erfahren Sie bei der Bundesagentur für Arbeit: 

    Finanzierung: BAföG, BAB und Kindergeld

    „Reich ist, wer weiß, dass er genug hat.“
    (Lao-Tse)

    Ein Kind in der Ausbildung verursacht Kosten, die es bisher nicht gab: Arbeitskleidung, Lernmittel, vielleicht sogar ein leistungsfähigerer Computer, Kosten für die Fahrt zur Arbeit oder Uni, etc. Wenn es finanziell eng wird, können Sie Unterstützungsmöglichkeiten und Zuschüsse wie BAföG, Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) und Kindergeld beantragen.