Berufsorientierung

Check deine Talente als Azubi!

Stell dir vor, du planst deine erste eigene Urlaubsreise! Erst einmal wirst du überlegen, was dir gefällt: Solls zum Relaxen an den Strand gehen? Oder bist du eher der Entdeckertyp und erkundest eine trubelige Großstadt? Liegt dir die Hitze des Südens oder möchtest du gerne in den Bergen Ski fahren gehen? Kannst du dir eine Flugreise leisten oder fährst du sowieso lieber mit dem Zug, weil du Flugangst hast? Überlässt du die Buchung einem Reisebüro oder bist du ein Organisationstalent und planst lieber alles auf eigene Faust? Hast du schon die erforderliche Ausrüstung? Beherrscht du die Landessprache? …

Sobald du weißt, was du ungefähr willst und kannst, wirst du dir möglichst viele Informationen über dein Reiseziel beschaffen: Du surfst im Internet. Du besorgst dir einen Stadtplan. Du schaust in deiner Wetter-App, welche Temperaturen dich an deinem Reiseziel erwarten. Vielleicht kennst du ja auch jemanden, der schon einmal dort war und dir nützliche Tipps geben kann? …

Ganz ähnlich läuft es in Sachen Berufsorientierung: Um einen Beruf zu finden, der wirklich zu dir passt, musst du dir erst einmal über deine persönlichen Interessen und Stärken klar werden. Parallel verschaffst du dir möglichst viele Informationen rund um die Themen Beruf und Arbeitswelt

Erst wenn du richtig orientiert bist, kannst du Entscheidungen treffen – und dann auch deine „Reise" ins Berufsleben konkret planen.

Wenn du dich jetzt für einen bestimmten Ausbildungsweg entscheidest, bist du nicht für alle Zeiten festgelegt. Berufliche Wünsche müssen sich oft erst entwickeln, manchmal auch über Jahre hinweg.

Frag doch mal Erwachsene aus deinem Umfeld nach ihrem beruflichen Werdegang! Vielleicht hat der Architekt ja vor seinem Studium erst einmal eine Ausbildung zum Schreiner absolviert. Oder die Modedesignerin ist als Verkäuferin im Einzelhandel gestartet. Also – ganz locker bleiben!

Dein Berufsweg kann sich in ganz unterschiedliche Richtungen entwickeln – schließlich lernst du ein Leben lang.

Check 1: Deine persönlichen Interessen

Um dir über deine Interessen klar zu werden, hilft es, wenn du dir die richtigen Fragen stellst. Zum Beispiel:

  • Welche sind meine Lieblingsfächer in der Schule und warum?
  • Welche Hobbys habe ich?
  • Wo möchte ich gerne arbeiten? Im Büro? Draußen im Freien? In der Werkstatt?…
  • Womit möchte ich am liebsten arbeiten? Mit dem Computer? Mit meinen Händen?…

Damit du deine Wünsche und Vorlieben noch etwas konkreter fassen kannst, haben wir einige Checklisten für dich zusammengestellelt.

Diese Checklisten liefern dir keine vorgefertigte Lösungen oder Testergebnisse, mit denen du dich auf eine bestimmte Richtung festlegst. Sie regen dich vielemhr an, die richtigen Fragen zu stellen und deine Antworten festzuhalten. Denn meistens hilft es, wenn du die Dinge strukturiert und schwarz auf weiß vor Augen hast. Druck dir also die folgenden Checklisten am besten aus und bearbeite sie dann auf dem Papier.

Checkliste: Persönliche Interessen →

Checkliste: Erwartungen und Wünsche an den zukünftigen Beruf →

Checkliste: Tätigkeits- und Berufsfelder →

Die Ergebnisse besprichst du dann am besten erst einmal mit deinen Eltern oder du tauschst dich mit deinen Freunden darüber aus. Bestimmt habt ihr schnell erste Ideen, in welche Richtung es beruflich für dich gehen kann. Auch deine Lehrer oder die Berufsberater bei der Agentur für Arbeit können dir besser helfen, wenn du ihnen schon ganz konkret sagen kannst, wofür du dich interessierst und was du dir wünschst.

Check 2: Deine Stärken

Sich für etwas zu interessieren und zu begeistern ist, schon mal der richtige Ansatz. Aber bringst du auch das Talent und die erforderlichen Kompetenzen für einen bestimmten Beruf oder ein Berufsfeld mit?

Eine möglichst objektive Analyse deiner Stärken bringt oft neue Erkenntnisse und damit auch neues Selbstvertrauen. Denn wenn du dich und deine Fähigkeiten gut kennst, weißt du auch, was du dir zutrauen kannst.

Vielleicht hast du schon einmal die Begriffe „Soft Skills“ und „Hard Skills“ gehört. Als „Hard Skills“ bezeichnet man das Fachwissen und die fachlichen Fähigkeiten und Kompetenzen, die durch Schule, Ausbildung, Studium und Weiterbildung vermittelt werden. Als angehende/r Fachinformatiker/in solltest du zum Beispiel über grundlegende Programmierkenntnisse verfügen und fit in Mathe sein. Da sich „Hard Skills“ überprüfen und messen lassen, fällt es vielen Menschen leicht, ihre Fachkompetenzen zu benennen und anhand von Zeugnissen auch zu belegen.

„Soft Skills“ sind wesentlich schwerer zu definieren und zu greifen. Sie beschreiben persönliche Eigenschaften (oder anders gesagt: Charaktereigenschaften) und soziale Kompetenzen. Um diese „Soft Skills“ geht es bei der nächsten Checkliste.

Checkliste: Stärken →

Neben deiner (ehrlichen!) Selbstbewertung kann die Fremdeinschätzung durch andere ebenfalls wertvolle Erkenntnisse bringen. Frag am besten auch einmal deine Familie, Freunde oder Lehrer, welche Talente und Stärken sie bei dir sehen.

Wenn du später im Anschreiben für deine Bewerbung → deine Stärken auflisten möchtest, kannst du auf die Ergebnisse deiner Checkliste zurückgreifen.  

Wo finde ich Hilfe und Beratung in Sachen Berufsorientierung?

Viele Wege können dich zu deinem Wunschausbildungsplatz führen. Hier bei Talente gesucht findest du jede Menge Ausbildungsangebote aus deiner Region! In übersichtlichen Firmenportraits erfährst du das Wichtigste über deinen zukünftigen Arbeitgeber und die verschiedenen Berufe.

Nutze auch die angebotenen Job- und Ausbildungsmessen →, wie z.B. die Jobstartbörse. Hier kannst du wichtige Kontakte knüpfen und wertvolle Informationen sammeln.

Unterstützung und Beratung in Sachen Ausbildung und Beruf bieten dir außerdem die Agentur für Arbeit, die Handwerkskammern (HWK) und die Industrie- und Handelskammern (IHK).

Wenn es um die Themen Berufseinstieg und Ausbildung geht, ist die Jugendberufsagentur Gleis 25 im Freiburger Hauptbahnhof eine wichtige Anlaufstelle. 

Eine weitere Möglichkeit sind deine persönlichen Kontakte. Hast du zum Beispiel schon einmal ein Praktikum gemacht und konntest dein Können unter Beweis stellen, dann lohnt es sich, in diesem Unternehmen nach einem Ausbildungsplatz zu fragen. Frag auch deine Familie, Freunde und Bekannte …

Mehr als 130 Ausbildungsberufe bietet das Handwerk. Mit dem Berufe-Checker der Handwerkskammer kannst du ganz einfach herausfinden, welcher Beruf am besten zu dir passt:

Ich weiß noch nicht, was ich zukünftig beruflich machen möchte. Was nun?

Du brauchst noch ein wenig Zeit, um dich beruflich zu orientieren? Oder du hast bereits deinen Traumberuf gefunden, aber die Ausbildung beginnt erst in ein paar Monaten? Keine Sorge, nutze z.B. ein „Gap Year“. Der englische Begriff steht für „Lückenjahr“ und ist die Gelegenheit dich auszuprobieren, durch Reisen Land & Leute kennenzulernen und dabei deine Sprachkenntnisse zu vertiefen oder neue Sprachen zu lernen.

Nachfolgend listen wir einige Möglichkeiten auf, wie du ein solches Jahr gestalten kannst.

Du bist reiselustig und an anderen Ländern und Kulturen interessiert? Dann besteht die Möglichkeit, durch „Work & Travel“ – also Arbeiten und Reisen – die Welt zu erkunden. Ob du das alleine machst, mit Freund oder Freundin oder dich einer Agentur anvertraust, bleibt ganz dir überlassen. Etwas weniger Abenteuer bietet dir ein Au-Pair-Aufenthalt, in dem du in einer Gastfamilie im Ausland lebst und arbeitest.

Und dann gibt es noch den Freiwilligendienst im sozialen, ökologischen, sportlichen, politischen oder kulturellen Bereich. Hier kannst du den Umgang mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen (FSJ – Freiwilliges soziales Jahr) kennenlernen, oder du sammelst praktische Erfahrungen im Bereich Natur- und Umweltschutz (FÖJ – Freiwilliges ökologisches Jahr). Auch ein BFD – Bundesfreiwilligendienst ist möglich, wenn dir der Sinn nach einem Engagement für das Allgemeinwohl steht.

Hier die Möglichkeiten im Überblick:

„Einmal im Jahr solltest du einen Ort besuchen, an dem du noch nie warst.“
(Dalai Lama)

Unter folgenden Links findest du weitere Informationen zu den Freiwilligendiensten und kannst nach Einsatzstellen in deiner Nähe suchen:

Au Pair-Stellen werden von einer Reihe verschiedener Veranstalter angeboten. Was du bei der Anbieter-Auswahl beachten musst, erfährst du bei der Bundesagentur für Arbeit: